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Helgoland: Von neuen Tests, riesigen Kanonen und einer verdammt großen Explosion

November 2014, wieder einmal heißt es “Auf nach Helgoland!” Für ein Arbeits-Wochenende auf der Insel hat sich unser Chef Gerd Cordes so einiges vorgenommen. Gleich drei unterschiedliche Aufgaben sollen erledigt werden.

 

1. Der Spray-Test:

Bei der Prüfung mit Blechdosen geht es um die Entwicklung eines Hohlraumschutzmittels aus der Spraydose. Nach fünf Monaten Bewitterung oben auf dem Turm soll jetzt geprüft werden, wie stark die Dosen verrostet sind. Kann der Test abgeschlossen werden? Können wir die Dosen abschrauben und mit zurück nach Hamburg nehmen?

Dosen 01     Dosen 02

 

2. Der Borgward-Test:

Nach ebenfalls fünf Monaten Bewitterung oben auf dem Juliusturm steht schon jetzt fest, dass die Prüfung beendet wird. Der Rahmen mit den Prüfblechen soll abgebaut und mit nach Hamburg genommen werden. Bei dem Test geht es um die Entwicklung eines klaren Unterbodenschutzes, der auch direkt auf Rost funktioniert.

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3. Der Juliusturm

3. Letzter Punkt auf der Aufgabenliste ist unser Prüfstand selbst. Schon lange versucht Gerd Cordes herauszufinden, wann der sogenannte Juliusturm wirklich gebaut wurde. Sie fragen sich jetzt, warum das so wichtig ist? Wenn der Turm wirklich vor dem Zweiten Weltkrieg gebaut wurde, würde dies bedeuten, dass er ein ganz besonderes Gebäude ist! Zusammen mit dem Leuchtturm oben auf der Insel wäre er dann so ziemlich das einzige, was den Krieg überlebt hat. Die Recherchen zu diesem Thema sind auch wegen des sogenannten “Big Bang” (übersetzt etwa “Großer Knall”) so spannend. Nur einige hundert Meter vom Turm entfernt hatte die britische Armee zwei Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges die bis dato weltweit größte nichtnukleare Sprengung durchgeführt. Damals war ein großer Teil der Insel in die Luft geflogen. Kann es wirklich sein, dass “unser” Turm die in unmittelbarer Nähe ausgelöste Explosion wirklich überstanden hat?

Juliusturm 01     Juliusturm 02

 

Los geht’s, hier lesen Sie jetzt die ganze Geschichte

Erinnern Sie sich an unsere letzte Helgolandreise im Juli 2014? Ganz zum Schluss gab es Stress und Aufregung wegen unser langen Alu-Leiter. Weil sie mit ihren viermeterdreißig zu lang war, um sie auf Helgoland unterzustellen, konnte unser Chef sie nicht auf der Insel lassen. Zusammen mit einem Reporter der Zeitschrift “Nord Handwerk” hatte er sie dann mit zurück nach Hamburg genommen. Weil das sperrige Teil weder in ein Taxi noch in die U-Bahn passte, mussten die beiden die Leiter bis spät abends durch die Stadt schleppen.

Dieses Mal sollte es besser klappen!

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Bald geht´s los! Doch wo bekommt man so ein sperriges Ding einen Abend vor der Abfahrt im Hafen untergestellt? Wieder einmal war es die Hamburger Polizei, die weitergeholfen hat. Die Beamten der Wache bei den Landungsbrücken (Foto links) hatten ein “Herz für TimeMAX”. Nachdem ihnen unser Chef ungefragt und ungebeten Unmengen an Fotos von unseren Korrosions-Versuchen auf Helgoland gezeigt hatte, konnte die Leiter die Nacht vor der Überfahrt auf der Wache bleiben. Einer der Beamten hatte früher einmal ein rostiges Auto und konnte unseren Chef gut verstehen: Der Kampf gegen den Rost verbündet!

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Samstagmorgen, halb neun auf den Landungsbrücken im Hamburger Hafen. Die Fähre nach Helgoland wird beladen. Es ist wie immer der Halunder Jet, ein sehr schneller Katamaran. Ohne dieses schnelle Schiff wären die Prüfungen auf Helgoland für uns wohl nicht möglich.


 

Jetzt erst einmal ein bisschen Hamburg-Werbung

Viele Hamburger behaupten, dass ihre Stadt die schönste Stadt auf der Welt ist. Egal, ob das nun vielleicht ein bisschen übertrieben ist oder nicht, eines steht auf jeden Fall fest: Hamburg ist immer eine Reise wert! Der riesige Hafen mit den Schiffen aus aller Welt ist wirklich etwas besonderes!

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Eine der eher kleinen Hafen-Fähren im Gegenlicht. Hinten links zu sehen: Die Elbphilharmonie mit ihren ewigen Baukränen.

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Linkes Bild: Noch einmal eine der Fähren im Hamburger Hafen. Fotografiert kurz nach dem Ablegen vom Achterdeck des Katamarans. Links am Bildrand eines der Wahrzeichen der Stadt: Der Hamburger Michel. Eine der schönsten Kirchen der Stadt. Auf dem rechten Bild ist noch eine Attraktion zu sehen: Die großen Schwimmdocks von Blohm und Voss. Unser Tipp: Wer als Tourist oder TimeMAX-Kunde zum ersten Mal in der Stadt ist, sollte auf jeden Fall eine Hafenrundfahrt machen!

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Eindrücke von der Fahrt stromabwärts, fotografiert durch das Kabinenfenster. Links der ehemalige Anleger für die Skandinavien- und Englandfähren. Das Gebäude wird seit einiger Zeit nur noch als Veranstaltungshalle genutzt. Es heißt aber immer noch “Scandinavian Seaways Terminal”. Rechts ein weiteres Gebäude mit ungewöhnlicher Architektur: Das sogenannte “Dockland”. Wer hier in einem der Büros arbeitet, hat jeden Tag Ausblick auf Schiffe aus der ganzen Welt.

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Diese Fotos stammt nicht aus Norditalien, sondern ebenfalls aus Hamburg. Auf dem Weg in Richtung Nordsee fährt das Schiff am berühmten Stadtteil Blankenese vorbei. In dem sogenannten Treppenviertel direkt am Elbhang wohnten früher hauptsächlich Hamburger Kapitäne.


 

1. Der Spray-Test

Wurden bei der letzten Überfahrt nach Helgoland wegen der meterhohen Wellen noch Spuktüten gereicht, ist dieses Mal alles anders. Traumwetter: Keine einzige Wolke am Himmel, die See ist glatt.

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Samstagmittag, kurz vor ein Uhr. Nach nur knapp vier Stunden Fahrt hat der Katamaran die Insel erreicht. Was für Farben! Helgoland präsentiert sich wie aus einem Reiseprospekt. Das Panoramafoto zeigt die weit ins Meer ragende Westmole und den zwei Jahre nach Kriegsende weggesprengten Südteil der Insel. Unser Ziel, der Juliusturm, ist rechts unter dem rot-weißen Sendeturm der Deutschen Telekom nur als kleiner Punkt zu erkennen.

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Wer vom Strand aus von unten auf den Juliusturm blickt, versteht, warum unsere Mitarbeiter so fasziniert sind: Die Kombination von Rundungen, geraden Linien und Ecken ist ausgesprochen ungewöhnlich! Ob der Turm auch eine besondere Geschichte hat, soll bei diesem Besuch auf der Insel ebenfalls näher untersucht werden. Hat der Juliusturm die Zerstörungen im und nach dem Krieg wirklich überlebt? Am Ende dieses Textes finden Sie hierzu mehr.

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Ankunft oben auf dem Juliusturm, Samstag Mittag um zwei Uhr. Was für ein Anblick! Die Salzwassergischt hat den Blechdosen ausgesprochen hart zugesetzt. Die Anrostungen von außen lassen Schlimmes erwarten. Gleich wird es spannend: Wie hat sich unser neuer Hohlraumschutz aus der Spraydose im direkten Vergleich zu den Wettbewerbern geschlagen?

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Auf diesen Moment hat unser Chef Gerd Cordes fünf Monate gewartet. Gleich sollen die Dosen endoskopiert werden.

Wie beim letzten Inselbesuch auch, muss es auch heute wieder schnell gehen. In knapp zwei Stunden soll wieder eingepackt werden. Grund: Um halb fünf ist oben auf der Insel, auf dem sogenannten Oberland, eine ganz besondere Art Geschichtsstunde angesagt. Wie jeden Samstag macht das Nordseemuseum Helgoland eine Führung in die “Unterwelt” der Insel. Was viele nicht wissen: Die Insel war früher einmal ein Stützpunkt der deutschen Marine. Aus diesem Grund wurden kilometerlange Stollen in den roten Felsen gegraben. Die Gänge kreuz und quer durch den Felsen waren nach Angaben von Historikern fast 14 Kilometer lang. Anders gesagt: Helgoland war von oben bis unten durchlöchert wie ein Schweizer Käse. Die Helgoländer denken an die Zeit der militärischen Nutzung mit Trauer zurück. Alle ihre Häuser auf der Insel wurden im Zweiten Weltkrieg zerstört.

Gerd Cordes erhofft sich von der Führung und dem Vortrag neue Erkenntnisse in Sachen Juliusturm. Die Karten für die Führung in die Unterwelt der Insel waren schon lange vorbestellt. Keine Zeit also für langes Rumbummeln mit den Endoskopen: Eile ist angesagt, schnell muss es gehen!

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Wider Erwarten gibt es oben auf dem Turm dann aber doch ein Problem. Weder mit dem flexiblen Video-Endoskop (links) noch mit dem starren Boroskop (rechts) kann Gerd Cordes in den Dosen genug erkennen. Die starke Sonneneinstrahlung und die Reflexionen von der Wasseroberfläche machen ihm einen Strich durch die Rechnung. Direkt am Wasser ist es einfach zu hell!

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Obwohl eigentlich anders geplant, entschließt sich Gerd Cordes die Dosen für die Prüfung zu öffnen. Das Abdrehen der Deckel gelingt dann trotz starkem Rost fast ohne Probleme. Lediglich bei zwei Dosen muss ein wenig Gewalt angewendet werden.

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Die Fotodokumentation für die Auswertung zuhause in Hamburg ist nun auf einmal kein Problem mehr: Oben durch die Öffnung der Dosen passt das Objektiv einer kleinen Digitalkamera! Die Unterschiede bei der Schutzwirkung sind sofort sichtbar. Oben auf dem großen Foto sieht man ein bislang “sehr gutes” Ergebnis.

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Links: Bei dieser Produktmischung hat sich unter der Schutzschicht an einigen Stellen bereits Rost gebildet. Rechts hat sich ein Produkt selbst aus dem Test verabschiedet: Die Schutzschicht ist weg, der Rost hat gewonnen!

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In der Spitzengruppe soll aber nochmals nachgehakt werden. Ist unser Spray wirklich so gut wie wir glauben? Für die besten vier Produkte hat sich Gerd Cordes etwas besonderes einfallen lassen. Zu früh gefreut, wir sind also doch noch nicht fertig!

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Doppelt getestet hält besser: Es gibt einen Nach-Test mit neuen Blechdosen! Die Behandlung mit den vier verschiedenen Sprays wird oben auf dem Turm durchgeführt. Mal sehen, wie sich die vier besten Produkte über den Winter retten. Die Stürme mit der gnadenlosen Salzwassergischt wirken in Sachen Rostbeschleunigung wie ein Turbolader!


 

2. Der “Borgward-Test”

“Unterbodenschutz” ist immer noch ein Reizwort. Fast jeder hatte einmal ein Auto, bei dem der Unterboden von einem der Vorbesitzer mit einer dicken schwarzen Bitumenschicht “zugekleistert” worden ist. Das zähe und dicke Material hat nicht ohne Grund einen schlechten Ruf. Zum Einen wird es immer noch gerne benutzt um Schäden zu verstecken, zum Anderen kann es auch passieren, dass das Material dann unbemerkt von Rost unterwandert wird. Besonders schlimm: Der Rost unter dem dicken Teufelszeug wird meist erst sichtbar, wenn der Rost bereits schwere Schäden angerichtet hat. Nicht ohne Grund wünschen sich viele Autobesitzer deshalb einen Unterbodenschutz, der sowohl widerstandsfähig, als auch transparent ist.
Wir von TimeMAX kennen dieses Thema in und auswendig. Immer wieder kommen Kunden mit diesem Wunsch zu uns: “…der Wagen ist gerade frisch restauriert. Nehmt doch unten bitte etwas durchsichtiges. Ich möchte sehen was da los ist!” Jahrelang haben wir von TimeMAX immer die gleiche Antwort gegeben: “Sorry Leute, das geht nicht, so richtig guter und widerstandsfähiger Unterbodenschutz braucht nicht nur anständige Schichtstärken sondern auch Pigmente. Was ihr da haben wollt, das gibt es nicht! Wir haben unser TimeMAX PAINT REPAIR, das 300er Wachs und COLOR. Das ist zwar nicht durchsichtig, aber immerhin so ziemlich das beste was es zur Zeit auf dem Markt so gibt!”

Weil wir wissen, wie wichtig dieses Thema für unsere Kunden ist, haben wir vor einiger Zeit dann aber doch angefangen, verschiedene transparente Produktmischungen weiter zu entwickeln und zu testen. Unsere ersten erfolgreichen Test mit durchsichtigen Wachs/Lack Mischungen haben wir im Herbst 2013 auf dem Flaggschiff von Hapag Lloyd abgeschlossen. Im Kapitel “News” finden Sie hierzu einen interessanten Artikel. Achten Sie im dem Artikel bitte auf das letzte Bild ganz unten.

Hier der Link.

Wider erwarten haben wir mit unseren neuen transparenten Materialien jetzt schneller Fortschritte gemacht als gedacht. Geholfen hat uns dabei auch ein Zufall…!

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Dieser Borgward Lieferwagen von 1961 gehört der “Oldtimer Tankstelle” in Hamburg und wird gerade restauriert. Für uns ist der Wagen mit seinem stark verrosteten Unterboden so eine Art Glücksfall. Nur wegen des Borgwards haben wir begonnen, einen neuen Unterbodenschutz zu entwickeln.

Es hört sich komisch an, aber es ist so: Nur weil die Besitzer bei der Unterbodenbehandlung besondere Wünsche haben, wird bei TimeMAX eine neue Produktlinie entwickelt: Es geht um die Entwicklung eines durchsichtigen Unterbodenschutzes, der so widerstandsfähig sein soll, dass er zur Not auch direkt auf Rost funktioniert! Lesen Sie hierzu unseren “News”-Artikel aus dem Monat August.

Hier der Link.

Noch eine Hintergrund-Info zum Borgward: Obwohl der Wagen in der Hamburger “Oldtimer Tankstelle” gerade technisch überholt wird, soll die Patina an der Karosserie und am Unterboden so weit wie möglich erhalten bleiben. Anders gesagt: Der Rost darf, wenn überhaupt, nur ganz leicht angeschliffen werden. Das Abstrahlen mit Korund (“Sandstrahlen”) am Unterboden ist also nicht möglich. Der Rost muss nach einer oberflächigen Reinigung mit einem durchsichtigen Unterbodenschutz so eingedämmt werden, dass er nicht mehr weiter arbeitet!

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Der abgeschraubte Rahmen nach fünf Monaten Helgoland-Stress. Die drei mit Pfeilen gekennzeichneten Bleche stammen aus dem Borgward. Authentischer geht es nicht: Die Bleche wurden mit einer Flex aus dem Boden des alten Wagens heraus getrennt. Das untere Blech wurde mit TimeMAX PAINT REPAIR in schwarz beschichtet. Wie man auf dem Foto sehen kann, hat unsere schwarze Rostschutzfarbe hervorragend funktioniert. Mit genau diesem Produkt wollten wir den stark verrosteten Unterboden des Wagens ursprünglich behandeln. Die beiden Bleche darüber wurden mit unterschiedlichen Rezepten für unseren neuen durchsichtigen Unterbodenschutz behandelt.

Für den Fall, dass Sie sich wegen der großen Anzahl der Bleche auf dem Rahmen wundern: Bei der hier gezeigten Prüfung geht es uns nicht nur um den durchsichtigen Unterbodenschutz für den Borgward. Die anderen Bleche auf dem Rahmen wurden mit neuen Farb- und Wachsrezepten beschichtet. Das Weiterentwickeln und Testen ist bei TimeMAX ein fester Bestandteil der Arbeit!

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Damit wir innerhalb kurzer Zeit zu aussagekräftigen Ergebnissen kommen, hatten wir die Bleche im Juni nur hauchdünn beschichtet. Es wurde jeweils nur eine Schicht aufgetragen. So werden die Unterschiede sehr schnell sichtbar. Wie beim Spray-Test mit den Dosen sind die Unterschiede bei der Schutzwirkung auch hier sofort mit bloßem Auge zu erkennen. Die weißen Flecken stammen übrigens von den Helgoländer Möwen.

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Dieses um 90 Grad gekippte Foto zeigt die drei aus dem alten Borgward herausgeschnittenen Testbleche nach fünf Monaten oben auf dem Turm. Noch sind die Unterschiede zwischen unser seit Jahren bewährten Rostschutzfarbe TimeMAX PAINT REPAIR (schwarzes Blech links) und unseren neuen durchsichtigen Materialien (rechts daneben) auf den ersten Blick sichtbar. Im direkten Vergleich mit anderen Produkten ist aber auch sichtbar, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Schon jetzt sind wir mit den neuen durchsichtigen Materialien besser als viele andere Mittel.

Wie auch bei dem Test mit den Rostschutz-Sprays wird es hier weitere Tests mit neuen verbesserten Mischungen geben. Weil der Katamaran seinen Fährdienst nach Helgoland wegen des nahenden Winters unterbrochen hat, werden die Prüfungen dieses Mal in Hamburg durchgeführt. In der TimeMAX-Werkstatt wird für diesen Zweck gerade eine kleine Bewitterungskammer für Salzsprühtests gebaut. Im Kapitel “News” werden wir zu diesem Thema schon bald berichten.

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Dieses Foto haben wir aus großer Entfernung mit einem Teleobjektiv gemacht. Wegen der langen Brennweite sieht es fast so aus, als könne es der Juliusturm mit der weiter links im Bild zu sehenden “Langen Anna” aufnehmen. Der Eindruck täuscht: Die “Lange Anna” ist ganze 47 Meter hoch, der Juliusturm hat inklusive Testgestell eine geschätzte Höhe von 12 oder 13 Metern. Wie man rechts neben dem Turm sehen kann, sind wir auf der Insel nicht die einzigen Rostschutz-Prüfer. Die Testbleche gehören zum Hamburger Institut für Werkstoffkunde und Schweißtechnik (IWS).

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Rechtzeitig vor den heftigen Herbst- und Winterstürmen haben wir oben auf dem Turm noch ein weiteres Prüfblech aufgehängt. Wieder einmal geht um unseren klaren Unterbodenschutz. Für die Anwendung bei Schiffen testen wir nochmals die Haftung und die UV-Beständigkeit. Wir wollen sicherstellen, dass die klare Beschichtung im Laufe der Zeit nicht matt, milchig oder gelb wird.

 

3. Der Juliusturm: Ist er wirklich etwas besonderes?

Sie kennen die Geschichte bereits: Schon lange versucht unser Chef herauszufinden, wann der Juliusturm wirklich gebaut wurde. Einige Helgoländer sind sich sicher, dass der Turm vor dem Krieg gebaut wurde. Da es bislang immer hieß, dass im Krieg bis auf den jetzigen Leuchtturm oben auf der Insel restlos alle Gebäude zerstört wurden, würde dies bedeuten, dass der Turm wirklich etwas ganz besonderes ist. Vielleicht wäre er dann sogar aus historischere Sicht interessant.

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Für unseren Chef Gerd Cordes ist das hier einer der tollsten Strände überhaupt. Er kann es auch nicht lassen, seinen Lieblings-Turm aus immer wieder neuen Perspektiven zu fotografieren. Kurz bevor er am Samstagnachmittag zur Bunkerführung aufgebrochen ist, hat er dann noch dieses Panoramafoto gemacht. Rechts ist die mehrere hundert Meter in die Nordsee hinein ragende lange Westmole zu sehen.

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Um die Gegenwart zu verstehen, muss man die Vergangenheit kennen! Überall auf der Insel findet man Spuren der kriegerischen Geschichte. An der Spitze der Westmole sind die Reste eines zerstörten Geschützstandes sichtbar.

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Mit dem letzten Tageslicht geht es am Samstagnachmittag dann nach unten in das Labyrinth der unterirdischen Gänge und Luftschutzbunker. Gerd Cordes hatte den Tipp bekommen, bei der Bunkerführung genau zu zuhören: Vielleicht bekommt er hier neue Erkenntnisse zum Juliusturm! Rechts Bild: Wer sich die Schuhe im Vergleich anschaut ahnt schon, wer sich hier selbst fotografiert hat. Der Bereich rund um den Turm war wohl wieder einmal etwas schlammig!

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Keine Angst: Der grüne Bewuchs an den Wänden in knapp 20 Meter Tiefe ist ungefährlich. Es sind keine Schimmelpilze, sondern Algen.

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Helgoland nach dem Angriff der 981 britischen Langstecken-Bomber im April 1945: Jedes Haus auf der Insel war zerstört.

Im April 1945, also zwei Wochen vor der Kapitulation, war Deutschland defacto besiegt. Die Städte waren größtenteils durch Flächenbombardements zerstört worden. Das “Bomber Command” von General Arthur Harris konnte kaum noch lohnende Ziele finden. Wer hierzu mehr erfahren möchte, sollte im Internet mit dem Stichwort “Arthur Harris” suchen.

Hier ein Link zu Wikipedia:
http://de.wikipedia.org/wiki/Arthur_Harris

Weil sich die damalige deutsche Führung nach wie vor weigerte Helgoland zu übergeben und vielleicht auch, weil man in den Lagern immer noch Unmengen an Bomben hatte, entschlossen sich Premier Winston Churchill und Arthur Harris, das stark zerstörte Helgoland nochmals anzugreifen. Bei dem Angriff am 18. April 1945 wurden fast eintausend Bomber eingesetzt. Es war einer größten Bomberangriffe im ganzen Krieg. Obwohl Helgoland immer noch ganz klar ein militärisches Ziel war, ist der Aufwand irritierend. Viel zu viele Bomber für ein Ziel, das nicht einmal zwei Quadratkilometer groß ist. So wie es aussieht, wollte man wohl Fakten schaffen. Absolut nichts sollte von der Insel übrig bleiben.

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Bei dem Luftangriff blieb fast kein Stein auf dem anderen. Jedes Haus auf der Insel war zerstört. Nach dem Angriff wurde die Insel evakuiert. Ob der Juliusturm den Angriff mit den knapp 1000 Bombern überstanden hat, ist heute umstritten.

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Hier wird gerade der sogenannte “Big Bang” erklärt. Zwei Jahre nach Kriegsende wurde wenige hundert Meter neben der Stelle, wo jetzt der Juliusturm steht, eine gewaltige Explosion ausgelöst. Die Detonation war fast so stark wie die der Atombombe von Hiroshima.


 

Die größte nicht-atomare Explosion in der Geschichte der Menschheit

Doch damit nicht genug: Zwei Jahre nach der Kapitulation legten die britischen Besatzer noch einmal nach. Helgoland wurde für eine gigantische Explosion präpariert. Die unterirdischen Stollen und die Bunker wurden mit großen Mengen Weltkriegsmunition vollgestopft. Laut Wikipedia waren es “insgesamt 6700 Tonnen Sprengstoff”, die zur Explosion gebracht wurden. Bei der Sprengung am 18. April 1947 wurde die durch die Bombenangriffe ohnehin schon stark zerstörte Insel nachhaltig verändert. Nach Angaben von Historikern war die Explosion fast so stark wie die der Atombombe von Hiroschima. Im Süden der Insel wurde ein großer Teil vom sogenannten Oberland komplett weggesprengt. Während dieser Zeit nannten die Briten die Insel “Hell-go-land”. Übersetzt bedeutet dies so viel wie “das Land das zur Hölle geht”.

Die Detonation auf Helgoland gilt bis heute als größte nichtnukleare Sprengung in der Geschichte der Menschheit. Unter dem Stichwort “Big bang” finden man hierzu im Internet eine große Anzahl Material. Laut Wikipedia waren die Erschütterungen im Erdreich noch im rund 70 Kilometer entfernten Cuxhaven spürbar.

Hierzu ein Link:
http://de.wikipedia.org/wiki/Sprengung_von_Bunkeranlagen_auf_Helgoland

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Abfotografiert von der Internetseite www.museum-helgoland.de: Zwei Ausschnitte aus einem Film von der Sprengung der Insel zwei Jahr nach der Kapitulation am 18. April 1947. Auf Anordnung der britischen Besatzer mussten in Norddeutschland wegen der Wucht der Detonation bei allen Gebäuden Fenster und Türen geöffnet werden. Wie man auf dem zweiten Foto relativ gut sehen kann, ist die Insel regelrecht in die Luft geflogen. Anschauen des Films auf der Seite vom Museum lohnt sich!

Zurück zum eigentlichen Grund für den Besuch unten im Bunker. Der Standort vom Juliusturm ist vom Zentrum der gigantischen Explosion nur einige hundert Meter entfernt. Kann es wirklich sein, dass der Turm die Wucht der Detonation überstanden hat?

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Auf dem Weg zur Bunkerführung hat Gerd Cordes für unsere Leser zur besseren Orientierung noch ein Foto gemacht. Der schnell geknipste Touristenwegweiser steht in der Nähe der sogenannten Hummerbuden am Hafen. Das Bild zeigt eine Karte von Helgoland. Da wo der Finger hinzeigt, steht der Juliusturm. Der Pfeil zeigt die weggesprengte Südspitze vom Oberland. Dieses Gebiet heißt seitdem Mittelland. Wie man sieht, ist die Entfernung vom Turm zum Zentrum der Detonation nicht groß. Es sind nur einige hundert Meter.

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Wieder zurück in die Unterwelt, knapp 20 Meter unter der Oberfläche. Die Telefonleitung nach oben wurde beim Angriff der knapp 1000 Bomber schon nach kurzer Zeit nutzlos. Oben gab es niemanden mehr, der hätte rangehen können. Lebensmittel und auch sanitäre Anlagen waren im Bunker vorhanden. Wasser hingegen wurde unten im Bunker schnell knapp.

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Auf einer Karte an der Wand findet Gerd Cordes dann noch ein Indiz, dass der Turm vielleicht doch aus der Vorkriegszeit stammen könnte.

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An der Stelle, wo jetzt der Juliusturm steht, ist ein sogenannter Peilstand eingezeichnet. Ist das vielleicht “unser” Turm?

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Wieder zurück aus der Unterwelt. Mittlerweile ist es Sonntagmorgen. Solange die Tagestouristen vom Festland noch nicht da sind, ist es auf der Insel meist ruhig. Die Straße bei den berühmten Hummerbuden ist leer.

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In einer der Hummerbuden hat der “Förderverein Museum Helgoland e.V.” umfangreiche Literatur zur Inselgeschichte gesammelt. Hier treffen wir Erich-Nummel Krüss. Er wurde auf der Insel geboren und schreibt Artikel und Bücher zur Geschichte von Helgoland. Auf seiner Internetseite www.helgoland-genealogie.info hat er einen Teil seiner Texte veröffentlicht. Wenn einer in Sachen Juliusturm weiterhelfen kann, dann also er. Das hofft zumindest Gerd Cordes.

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Erich-Nummel Krüss ist ein wandelndes Insel-Lexikon. Er ist geborener Helgoländer und hat sich wie kaum ein zweiter mit der Geschichte der Insel beschäftigt.

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Als 12jähriger Junge hatte er den Angriff mit den knapp 1000 Bombern miterlebt. Er saß mit seinen Eltern und seinen Verwandten unten im Bunker. Später nach dem Krieg war er lange Kapitän und Fischer auf der Nordsee rund um Helgoland. Erich-Nummel Krüss ist einer der wenigen Augenzeugen aus dieser Zeit. Ob er uns weiterhelfen kann? Ist der Juliusturm wirklich historisch und zusammen mit dem alten Leuchtturm oben auf der Insel ein letzter Überlebender aus der Zeit vor dem Krieg? Erich-Nummel Krüss zeigt uns Fotos aus dem Buch “Hochseefestung Helgoland” von Claude Fröhle und Hans-Jürgen Kühn.

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Damit die auf dem Oberland damals installierten Geschütze besser treffen, brauchten sie eine vom Geschütz relativ weit entfernte Peilstation. So konnte dann geprüft werden, wie weit die Einschläge vom Ziel entfernt sind. Der Juliusturm könnte so eine Peilstation gewesen sein.

Erich-Nummel Krüss erinnert sich daran, dass sein Vater, der ebenfalls Hummerfischer war, schon vor dem Krieg einen Turm an der Westmole erwähnt hat. Er diente den Fischern als Landmarke. Schon damals nannte sein Vater den Turm am Helgoländer Südhafen “Juliusturm”. Erich-Nummel Krüss nimmt deshalb an, dass der Turm historisch ist und vor dem Krieg, also wahrscheinlich Ende der dreißiger Jahre, gebaut wurde.

 

Es bleibt spannend: Die Suche geht weiter…

Schon als Gerd Cordes glaubt, dass das Rätsel um den außergewöhnlichen Turm jetzt endlich gelöst ist, denkt Erich-Nummel Krüss dann noch einmal laut nach: “…kann natürlich auch sein, dass da hinten wirklich alles kaputt war und dass der Turm nach der Zerstörung im Krieg an gleicher Stelle wieder aufgebaut wurde. Kann ich mir irgendwie nicht so richtig vorstellen. Man müsste mal nach alten Fotos aus den vierziger und fünfziger Jahren suchen…”

Für die nächste Woche hat sich Gerd Cordes vorgenommen, beim Bauamt auf Helgoland nach alten Karten und Fotos zu fragen. Die Geschichte rund um den Turm ist also noch lange nicht vorbei!

Zum Schluss noch eine Anmerkung zum Thema Leiter: Das Drama ist tatsächlich beendet! Die Leiter konnte auf der Insel gelassen werden. Sie liegt jetzt im Geräteschuppen vom Hafenbüro. Vielen Dank an Carsten Keden und seinen Mitarbeiter Herrn Redecker!

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