Helgoland: Der Extra-Test für einen besonderen Borgward

Kennen Sie die „Oldtimer Tankstelle“ in Hamburg? Hier wird gerade ein Borgward Scheunenfund restauriert. Das Besondere: Die rostige Patina soll auf jeden Fall erhalten bleiben. Nicht einmal am Unterboden darf die Optik verändert werden! Unsere Aufgabe: Wir sollen einen Unterbodenschutz mit ganz besonderen Eigenschaften entwickeln: Er muss transparent sein und auch ohne Lackierung direkt auf dem stark verrosteten Blech funktionieren.

Für den alten Borgward hat sich unser Chef jetzt einen ganz besonderen Test ausgedacht!

Hier lesen Sie die ganze Geschichte:

Borgward
Ein kleines Ratespiel zu Beginn: Wie schaffen wir es, den rostigen Borgward für die Tests mit nach Helgoland zu nehmen? Weiter unten im Text finden Sie die Auflösung. Sie werden staunen!


 

Aus der Scheune auf die Straße?

Als hätte Alex Piatscheck mit der Hamburger Oldtimer Tankstelle nicht schon genug zu tun, hat er sich jetzt ein neues Projekt vorgenommen: Die Restaurierung eines Borgward Kastenwagens, den er in einer Scheune bei Bremen entdeckt hatte. Der Borgward mit der Modellbezeichnung B 611 hatte hier über 30 Jahre gestanden und war vergessen worden. Das Besondere an dem Restaurierungs-Projekt: Die Patina soll auf jeden Fall erhalten bleiben. Auch nach der gründlichen Überarbeitung von Technik und Karosserie darf sich Wagen optisch nicht verändern. Eine Neulackierung ist weder oben an der Karosserie, noch unten am Bodenblech erlaubt.

Hier klicken und die Oldtimer-Tankstelle.de zu besuchen
Die Oldtimer Tankstelle von Alex Piatscheck und Jann de Boer im Hamburger Hafen. Hier soll der Borgward später als Werkstattwagen eingesetzt werden.

Nach der Bergung aus der Scheune haben Alex Piatscheck und seine Kollegen den Wagen erst einmal auf eine Hebebühne gestellt. Ergebnis der Bestandsaufnahme: Technik, Elektrik und Fahrwerk müssen komplett überarbeitet werden. Zusammen mit einem befreundeten Karosseriebauer wurden zunächst die heftigsten Rostschäden in Angriff genommen. Die großen Löcher am Unterboden wurden zugeschweißt. Nach den Schweißarbeiten kam der Wagen dann zu TimeMAX. Unsere Aufgabe schien auf den ersten Blick einfach: Zuerst Trockeneisstrahlen und dann Rostschutz!

Trotz der ungewöhnlich starken und tiefen Anrostungen am Unterboden klang der Auftrag für die Mitarbeiter von TimeMAX nach einem ganz normalen Job. Die Behandlung von rostigen Fahrzeugen ist bei TimeMAX eine alltägliche Arbeit. So haben z. B. viele Wohnmobile und Geländewagen schon nach dem ersten Winter am Unterboden gleichmäßig braun angerostete Oberflächen. Obwohl beim Borgward der Rost wesentlich tiefer im Blech sitzt, schien der Wagen keine besondere Herausforderung zu werden. Schließlich haben wir ja unsere Rostschutzfarbe TimeMAX PAINT REPAIR!

PAINT REPAIR - 01

Wie gemacht für den rostigen Borgward: Die Rostschutzfarbe TimeMAX PAINT REPAIR. Sie wurde für den harten Einsatz im Schiffbau und bei Offshore-Windkraftanlagen entwickelt und funktioniert sogar direkt auf Rost. Weil das Material aber eine Farbe ist und (wie alle Farben) auf dem Blech eine deckende Schicht bildet, kann es beim Borgward leider nicht verwendet werden.


 

Gibt es von TimeMAX bald durchsichtigen Unterbodenschutz?

Schon seit mehreren Jahren arbeitet TimeMAX an der Entwicklung eines klaren Unterbodenschutzes. Immer wieder kam aus der Kundschaft der Wunsch nach einem solchen Produkt.
Nach den jahrelangen Vorbereitungen waren die Entwicklungsarbeiten an dem neuen Unterbodenschutz im Juni 2014 auch schon fast abgeschlossen. Unser Chef war schon dabei, sich einen Namen zu überlegen!

An dieser Stelle kommt dann jetzt doch noch ein Haken: Das neue Material war für junge und “normal”, d .h. gleichmäßig angerostete Fahrzeuge entwickelt worden. Hier hatte das Material bei allen durchgeführten Prüfungen mit „sehr gut“ abgeschlossen.

Borgward - 02     Borgward - 03

Der Borgward wird auch nach der Restaurierung nicht lackiert. Die Patina soll auch am Unterboden erhalten bleiben.

Die Rostschäden am Borgward haben jedoch eine andere Dimension. Die Korrosionsschäden am Bodenblech sind alles andere als „normal“. Hier geht es nicht um Anrostungen auf der Oberfläche, sondern um tiefe Rostnarben (siehe Fotos unten).

Unser Plan: Um zu testen, wie gut der neue klare Unterbodenschutz auf den rostigen Bodenblechen funktioniert, muss das neue Material direkt gegen unsere beste Rostschutzfarbe TimeMAX PAINT REPAIR getestet werden. Besonders auf angerosteten Blechen ist PAINT REPAIR unserer Ansicht nach nicht zu schlagen. Eine bessere Rostschutzfarbe kennen wir weder für die Werkstatt, noch für den Außeneinsatz.

Für den Vergleichstest hatte sich TimeMAX Chef Gerd Cordes dann eine ganz besondere Prüfung ausgedacht.

 

Mit dem Borgward zum Testen nach Helgoland!

Der Borgward bekommt bei TimeMAX jetzt seinen eigenen Test: Die Bleche zum Testen kommen aus dem Unterboden des alten Borgwards. Alex Piatscheck hatte sie mit seiner Flex aus dem Wagen herausgeschnitten. Noch authentischer geht es nicht!

Bei der schnellen Durchführung auf Helgoland half auch ein Zufall weiter: Für den Juni 2014 war eh eine Dienstreise zu unserem Test-Turm geplant. Auf dem Prüfprogramm standen ein neuer Test für Rostschutzfarben und Wachsprodukte, sowie ein Test zum Thema Hohlraum-Spray. Kein großes Problem also, einige der aus dem Borgward herausgeschnittenen Bleche oben auf dem Turm einfach mit dazu zu hängen.

Damit Sie erahnen, was sich bei uns im Juni 2014 für ein spannender Job entwickelt hat, zeigen wir Ihnen jetzt erst einmal ein paar heftige Rostfotos vom Unterboden! Anschließend sehen sie die Fotos von den Testvorbereitungen auf Helgoland!

Borgward - 04
Der Borgward auf der Bühne. Gleich soll er mit Trockeneis gestrahlt werden. Auf den ersten Blick zu sehen: Der Rost sitzt überall tief im Blech. Wer sich das Bild genauer anschaut, versteht die Kopfschmerzen vom TimeMAX-Chef sofort.

Zunächst ein paar wichtige Informationen zum Thema Trockeneisstrahlen: Das Abstrahlen mit Trockeneis ist das technisch zur Zeit beste Verfahren um Unterböden zu reinigen. Das Trockeneisstrahlen darf aber nicht mit dem sogenannten Sandstrahlen verwechselt werden! Das Sandstrahlen ist ein relativ radikales Strahlverfahren. Hier werden durch das Strahlgut nicht nur Schmutz und alter Unterbodenschutz, sondern auch Rost und Bestandteile vom Originalblech abgetragen. Vorteil des Verfahrens: Es ist sehr gründlich, auch Lack und Rost werden entfernt. Nachteil: Nach dem Abstrahlen muss der Wagen auf jeden Fall neu aufgebaut und abschließend auch neu lackiert werden. Außerdem lagert sich der Strahlstaub überall in den Hohlräumen ab und speichert Feuchtigkeit. Die Folge ist Rost.

Klar also, dass dieses Verfahren für den Patina-Fan Alex Piatscheck nicht in Frage kam!

Zurück zum Thema Trockeneisstrahlen. Hier geht es nicht um das Abstrahlen von Rost, sondern um die Reinigung. Gestrahlt wird nicht mit festen Körnern, sondern mit gefrorenem Kohlendioxid. Trockeneisstrahlen ist gründlich und schonend zugleich. Obwohl Schmutz, alter Unterbodenschutz und loser Rost entfernt werden, bleiben das Blech und der originale Lack unbeschädigt.

Auf unserer zweiten Internetseite “Rostschutz.tv” finden Sie einen kurzen Film über das Trockeneisstrahlen bei TimeMAX. Unsere Anlage gilt als eine der größten und leistungsstärksten in ganz Deutschland.

Hier der Link.


 

Vorher- und Nachher-Fotos vom Trockeneisstrahlen

Borgward - 06     Borgward - 05
Borgward - 07     Borgward - 08
Borgward - 09     Borgward - 10
Borgward - 11     Borgward - 12
Nach dem Trockeneisstrahlen waren Alex Piatscheck und unser Chef sogar etwas erleichtert. Obwohl immer noch viel Rost zu sehen ist, hat der Wagen insgesamt weniger Löcher als erwartet!

Borgward - 13     Borgward - 14
50 mal 40 cm Borgward zum Mitnehmen: Ein rausgeschnittenes Blech aus der im Jahr 1961 in Bremen gebauten Karosserie. Das Blech sieht aus wie der Rest des Wagens: Stark verrostet und ab und zu mal ein Loch.

Borgward - 15     Borgward - 16
Aus dem originalen Borgward-Blech wird unser Karosseriebauer Christopher gleich unsere Testbleche herausschneiden. Sie werden auf das Maß der Standard-Testbleche von TimeMAX zurecht geschnitten.

Borgward - 17     Borgward - 18
Die Bleche werden immer gleich vorbereitet und gleichmäßig abgebürstet. Auf dem linken Bild sind zwei Stapel zu sehen: Links angerostete und rechts abgebürstete Standard-Testbleche. Auch beim Abbürsten selbst gehen wir immer gleich vor. Der Anpressdruck ist immer gleich. Jedes Blech wird exakt 90 Sekunden abgebürstet.

Borgward - 19
Eines der insgesamt drei Bleche, heraus geschnitten aus dem Unterboden vom Borgward.

Obwohl das Blech gründlich abgebürstet worden ist, sind der Rost und die tiefen Narben im Blech immer noch deutlich sichtlich. Unser Test ist ausgesprochen praxisnah: Viel gründlicher wird man später am Borgward-Unterboden ohne Sandstrahlen auch nicht entrosten können!

Borgward - 20     Borgward - 21
Links ein Teil der Testbleche für die neue Prüfung, fotografiert kurz nach der Beschichtung mit unterschiedlichen Rostschutzfarben und Wachsen. Die Prüfung ist eine von vielen und war jetzt im Sommer 2014 eh in der Vorbereitung. Die drei Bleche aus dem Borgward wurden einfach hinzu gefügt. Auf dem rechten Bild ist der fertige Gitter-Rahmen mit den bereits aufgeschraubten Blechen sichtbar. Er lehnt an der Wand. Dieser Rahmen soll später oben auf unserem Test-Turm festgeschraubt werden.

Die Blechdosen auf dem Werkstattboden gehören zu einem weiteren aktuellen Test. Hierbei geht es um die Prüfung von Rostschutz-Sprays.

Im Kapitel “News“ finden Sie hierzu einen ebenfalls umfangreichen Artikel. Er heißt “Prüfungen für die neuen Rostschutz-Sprays von TimeMAX

Hier der Link.

Borgward - 22
Unser Test-Turm auf Helgoland. Oben auf dem Dach steht das Gestell für die Testbleche.

Borgward - 23     Borgward - 24
Auf dem linken Foto links außen zu erkennen: Die sogenannte “Lange Anna”. Der schlanke Felsen ist das Wahrzeichen der Insel. Auf dem rechten Bild: NDR Kameramann Thomas Kern. Mit ihm hat TimeMAX Chef Gerd Cordes schon in den neunziger Jahren Filme zum Thema Rost gedreht.

Dieses Mal war Thomas Kern nicht für den NDR, sondern für TimeMAX mit dabei. Er hat unsere Testvorbereitungen mit seiner Kamera begleitet. Wenn sein Film fertig geschnitten ist, können Sie ihn auf unserer zweiten Seite “www.Rostschutz.tv” sehen.

Borgward - 25     Borgward - 26
Bevor der Gitterahmen mit den neuen Blechen oben auf dem Turm aufgehängt werden konnte, mussten erst einmal ein alter Test abgebaut werden. Wir hatten die Rahmen mit den Blechen im April 2012 montiert.

Bei dem Test von 2012 ging es unter anderem um neue und verfeinerte Mischungen TimeMAX COLOR und TimeMAX PAINT REPAIR. Wegen des auf Helgoland oft starken Windes im Herbst und im Winter war dann die Bergung der Rahmen aber mehrfach gescheitert. Wer will beim Hochsteigen auf den über 10 Meter hohen Turm schon von der Leiter geweht werden?

Borgward - 27
Juni 2014, der fertig montierte Rahmen mit den Testblechen. Bei dieser aktuellen Prüfung geht es unter anderem um Wachsbeschichtungen und um die UV-Beständigkeit von Rostschutzfarben. Die Bleche aus dem Borgward haben wir hinzu gefügt. Sie sind mit Pfeilen gekennzeichnet.

Damit wir schnell zu Ergebnissen kommen, sind alle Prüfbleche nur dünn beschichtet. Die ersten Ergebnisse erwarten wir deshalb schon bald.

Die nächste Dienstreise nach Helgoland wird also nicht lange auf sich warten lassen.
Außerdem fragt Alex Piatscheck schon jetzt öfter mal nach, ob es schon Neuigkeiten gibt. Sein Borgward soll auf die Straße und braucht deshalb dringend Unterbodenschutz!

Schreibe einen Kommentar

Adresse

TimeMax GmbH und Co. KG
Albert-Schweitzer-Ring 39
22045 Hamburg
Telefon: 040 - 460 93 91 0

News