Die Geschichte von TimeMAX
Die Entstehung von TimeMAX
Die Entwicklung des Systems ist eng mit einem persönlichen Erlebnis von TimeMAX-Gründer Gerd Cordes Anfang der achtziger Jahre verbunden. Wenn er nicht als gerade mal 18-jähriger Mechaniker–Lehrling einen völlig verrosteten Fiat-Spider gekauft hätte, wäre er wohl nie so tief in das Thema Korrosionsschutz eingestiegen. Bei dem Restaurierungsprojekt hat er damals nicht nur viel Geld verloren, er hat auch viel gelernt.
Nachdem der Fiat nach vier oder fünf Jahren endlich fertig geschweißt war, hatte er sich zum Beispiel fest vorgenommen, ihn erst dann lackieren zu lassen, wenn das Rostproblem an den äußeren Blechen und auch in Hohlräumen endlich gelöst ist. Nur weil er damals keine Grundierungen und Hohlraumkonservierungen gefunden hatte, die auch auf bereits angerosteten Blechen wirklich zufriedenstellend funktionieren, begann Gerd Cordes die verschiedenen Produkte und Systeme zu testen.
Der Reihe nach:
Im Oktober 1984 hatte Gerd Cordes auf einer Wiese in der Nähe von Bremen einen blauen Fiat 850 Spider entdeckt. Der Wagen war völlig zugewachsenen und stand offensichtlich schon mehrere Monate. Voller Vertrauen in seine handwerklichen Fähigkeiten kaufte er den schon arg verrosteten Bertone Spider. Er hatte sich fest vorgenommen die Schweißarbeiten bis zum Ende des Jahres abzuschließen.

Oktober 1984: Der Beginn einer wunderbaren Freundschaft?

Dezember 1984: Abbruch der Schweißarbeiten. Erst nach dem Sandstrahlen wurde das wahre Ausmaß der Schäden sichtbar. Die Karosserie war nicht mehr zu retten. Alle noch brauchbaren Teile wurden ausgebaut. Damit war das Projekt im Frühling 1985 erst einmal beendet.

Sommer 1985: Die Mechaniker-Lehre war erfolgreich abgeschlossen, mittlerweile ging Gerd Cordes wieder zur Schule. In Oldenburg bei Bremen, nicht weit weg von der Werkstatt, besuchte er das Gymnasium. Für´s eigentlich notwendige Lernen nachmittags hatte er aber nur wenig Zeit. Schließlich lagen da noch eine ganze Menge Fiat-Teile im Schuppen... . Auf ein Neues also! Von einem "Freund" kaufte er von seinem letzten Geld -wahrscheinlich war es Schüler-Bafög - einen grünen 850er Spider. Angeblich sollte der 1968 gebaute Wagen gut erhalten sein. An diese Worte erinnerte er sich noch Jahre später: "Eben noch schnell zum TÜV und dann kannst Du losfahren".

Nachdem er den Wagen dann genauer unter die Lupe genommen hatte, kam die Ernüchterung. Viel besser als der blaue Fiat war der grüne Ersatz auch nicht. Doch ein zurück war nicht mehr möglich. Gerd Cordes reduzierte seine sozialen Kontakte auf ein Minimum, bestellte 10 große Tafeln Karosserieblech und begann zu schweißen.

Nach vier Jahren war der Wagen fertig geschweißt. Alle vier Kotflügel, Innen und Außenschweller, sowie unzählige Stellen an der Karosserie, hatte er an den Wochenenden repariert oder erneuert. Frontschürze und Schweller wurden sogar selbst gedengelt.

Die Schweißarbeiten waren endlich beendet. Jetzt galt es sich um das alte Problem zu kümmern: Wie bekommt man den Rost in den Griff?

Weder die angerostete Außenhaut, noch die noch viel stärker verrosteten Hohlräume, konnte er wirklich ausreichend gegen Rost schützen. Der Anspruch war hoch: Das Ziel war kein temporärer Schutz für ein oder zwei Jahre, das Ziel war echter Langzeitschutz. Und das bei angerosteten Blechen! Also ließ Gerd Cordes den Wagen erst einmal so wie er war und begann Rostschutzmittel zu testen. Damals noch unter einfachen Bedingungen mit von innen angerosteten Kaffeedosen im Garten seiner Eltern. Mit dem Fiat ist er natürlich trotzdem gefahren, quer durch Europa sogar. Das Foto oben ist zum Beispiel 1984 auf dem Col de Bavella entstanden, einem Paß auf Korsika.

"Alles was grün ist wird aufgefressen". Der erste Karosserieschaden am fertig geschweißten Fiat. Schuld an dem Unglück war jedoch nicht der hinlänglich bekannte Rostfraß, sondern der ungebremste Hunger einer norditalienischen Kuh. Auf dem Rückweg nach Norddeutschland hatten der Spider und sein Fahrer in den Dolomiten einen Zwischenstopp eingelegt. Ursache für die Beule hinten links: Eine der Kühe hatte auf der Suche nach Gras den grünen Lack angeknabbert. Die schwere Glocke am Hals krachte mehrfach gegen das Seitenteil.

So sieht der kleine Fiat jetzt aus. Lackiert wurde er Mitte der achtziger Jahre erst, nachdem das Rostproblem endlich gelöst war. Schon damals kamen u. a. auch selbstgemixte Korrosionsschutzfette zu Einsatz. Alle Experimente und Tests von Gerd Cordes, zuerst als Lehrling und Schüler in den achtziger Jahren und später als Print- und Fernsehjournalist, z. B. bei Auto Bild und beim ARD Ratgeber Technik sind auf dieses Auto zurückzuführen. Ohne den Fiat wäre es nie zur Gründung unseres Betriebes gekommen. Verkaufen werden wir den kleinen Bertone Spider also besser nicht. Immer noch unversehrt, weil perfekt gegen Rost geschützt, steht er jetzt im Eingangsbereich der Werkstatt-wie man sieht in bester Gesellschaft.
Gerd Cordes: Chronologie der Ereignisse. Vom Mechaniker zum TV-Journalist und zurück in die Werkstatt
1984
Nach der Restauration eines Fiat Spiders erste Experimente und Tests mit Korrosionsschutzmitteln für Hohlräume. Gerd Cordes` Erkenntnisse damals: Die meisten Rostumwandler und auch Wachse funktionieren in den bei Oldtimern rostigen und verschmutzten Hohlräumen nur sehr eingeschränkt. Sie können den Straßenschmutz und den dicken Blattrost nicht komplett durchdringen. Erste vielversprechende Versuche mit selbst entwickelten Korrosionsschutzfetten, die vor der Verarbeitung erhitzt werden. Sie zeichnen sich durch sehr gute Langzeitkriechfähigkeit aus.
1989 - 1996
Magister-Studium mit Abschluß (MA) an der Westfälischen Wilhelms Universität in Münster. Hauptfach Kommunikationswissenschaften. Erste Veröffentlichungen als Journalist zum Thema Korrosionsschutz.
1996
Konzeption und Durchführung eines Langzeittests für das TV-Magazin "Faszination Oldtimer". 15 von innen angerostete Blechbehälter wurden mit Hohlraumkonservierungen behandelt. Das Ergebnis nach 18 Monaten Wettrosten war eindeutig: Ein nicht aushärtendes Korrosionsschutzfett mit hoher Langzeitkriechwirkung gewann den Test.
1998 - 2000
Konzeption und Durchführung des bislang weltweit größten Langzeittests zum Thema "Rostschutzgrundierungen und Rostumwandler" für das TV-Magazin "ARD Ratgeber Technik" am angesehenen "Institut für Korrosionsschutz" in Dresden.

Testbleche auf dem Bewitterungsstand des Institutes für Korrosionsschutz in Dresden.
Insgesamt 33 Mittel wurden auf bereits angerosteten Blechen verarbeitet und ein Jahr im Freien bewittert. Das Ergebnis: Hervorragende Ergebnisse für Rostschutzgrundierungen mit hoher Langzeitkriechfähigkeit. Sie dringen tief in den Rost ein und härten nicht völlig aus. Über die ihm selbst durchgeführten Tests am Institut für Korrosionsschutz in Dresden hat Gerd Cordes als NDR-Autor zwischen 1998 und 2000 mehrere Filme für den "ARD Ratgeber Technik" gedreht.
1998 - 2002
Zeitgleich bereitete Gerd Cordes an der Universität Oldenburg im Fachbereich Chemie einen weitere Langzeittest für AUTO BILD vor. Das Besondere an dieser Untersuchung: Wie auch bei alten Autos waren die Testbehälter von innen angerostet. In den Testbehältern eingeschweißte Winkelbleche simulierten verwinkelte Strukturen innerhalb von Auto-Hohlräumen und sollten zeigen, wie weit die Mittel in die Blechfalze kriechen. Der für einen Zeitraum von drei Jahren konzipierte Test wurde in Kooperation mit der Abteilung "Korrosionsschutz" von der Bundesanstalt für Materialforschung und Materialprüfung in Berlin (BAM) durchgeführt. Der Auto Bild Test war die erste Zusammenarbeit zwischen dem BAM-Abteilungsleiter Dr. Wilhelm Erning und dem späteren TimeMAX-Gründer Gerd Cordes.
Filmaufnahmen mit Prof. Dieter Schuller vom Fachbereich Chemie für den ARD Ratgeber Technik.
Im Winter wurde in regelmäßigen Abständen eine vierprozentige Salzlösung in die Testkästen gesprüht. Der Salzsprühnebel sorgte für realitätsnahe Verhältnisse auf der Testwiese in Oldenburg. Für jedes Produkt gab es gleich drei Testkästen, die im Jahresabstand geöffnet und bewertet werden mussten. Insgesamt wurden 60 Testkästen bewittert. Zufallsergebnisse konnten so ausgeschlossen werden. Im Laufe der drei Test-Jahre haben Gerd Cordes und sein Auto Bild Kollege, der Kfz Gutachter Wolf Gudlat, die Behälter immer wieder mit einem Endoskop untersucht.

Die selbstgebauten Testkästen standen drei Jahre auf dem Freigelände. Durch die Bohrungen an der Seite wurde in regelmäßigen Abständen Salzwasser gesprüht.
Das Ergebnis nach drei Jahren war eindeutig: Platz 1 und 2 gingen an nichtaushärtende Korrosionsschutzfette mit Langzeitkriechwirkung. Weil die Fette vor der Verarbeitung umständlich erhitzt werden müssen, ist die Anwendung im Vergleich zu anderen Systeme sehr aufwändig und kompliziert. Der Korrosionsschutz jedoch ist unvergleichbar wirksam und langzeitstabil.
Bei der Entwicklung eigener Rostschutzprodukte waren die bei den Tests gewonnenen Erkenntnisse sehr hilfreich. Nach unzähligen weiteren Versuchen war nach 20 Jahren intensiver Forschung das Ziel erreicht: Der selbst entwickelte Korrosionsschutz funktioniert auch auf bereits angerosteten Blechen und stoppt weiteren Rostfraß für sehr lange Zeit.
2004
Gründung von TimeMAX
