Teneriffa-Test, Teil 3 von 7: Rost unter Palmen: Warum wir zum Testen nach Teneriffa fahren

Unsere neuen Unterbodenschutz-Tests auf Teneriffa: Was wir auf der Sonneninsel so alles erlebt haben, war ungemein spannend und liest sich fast wie ein Abenteuer. Damit unser Erlebnisbericht nicht wieder einmal zu lang wird, haben wir ihn aufgeteilt: Verteilt auf ein knappes Jahr werden es wohl sechs Geschichten sein. Insgesamt erwartet Sie jetzt weniger Text, dafür aber viele tolle Bilder. Für die Leser unserer Internetseite machen wir jetzt also auch „Comics“! Ist doch super, oder?

Bereits veröffentlicht im Februar 2016:
1. Unser Job auf einem der größten Kreuzfahrtschiffe der Welt und die neuen
Unterbodenschutz-Tests.

Bereits veröffentlicht im März 2016:
2. Wenn schon Drogen, dann bitte doch das teure Zeug: So testen wir bei TimeMAX!

Jetzt gleich lesen Sie:
3. Rost unter Palmen: Warum wir zum Testen nach Teneriffa fahren

Mitte Mai 2016:
4. Das Test-Abenteuer am Wellenbrecher

Ende Mai 2016:
5. Kanaren, Madeira, Afrika und zurück: Unser Test auf dem Thunfischfänger

Ende 2016 oder Anfang 2017:
6. Die Auswertung des Unterbodenschutz-Tests

Teneriffa-Test Teil 3 Teaser

Rost unter Palmen? Schon die Überschrift hört sich irgendwie nicht nach Urlaub, sondern eher nach Arbeit an. Auch Werkstatthund Oskar hatte die letzten Worte von unserem Chef vor dem Abflug ganz sicher anders in Erinnerung: „Das wird toll auf Teneriffa: Mal so richtig schön dösen und ab und zu mal baden gehen!“
 
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Nix da baden gehen, erst mal sind wir noch in Hamburg. Was unser Chef Gerd Cordes da in den Händen hält, ist sein Lieblingsbuch aus der Schulzeit: Der „Diercke Weltatlas“. Bunte und schöne Landkarten von fremdem Kontinenten. Wie gemacht für stundenlange Tagträume schon als Schüler. Das mit dem Fernweh ging also schon früh los!

Drei gute Gründe für Teneriffa

Und die Erklärung, was denn bitteschön so ein Teneriffa-Urlaub mit Rostschutzmittel-Tests zu tun hat, kommt auch gleich. Genau genommen gibt es für uns sogar drei Gründe so weit zu fahren. Warten Sie ab, es ist wie so oft bei unseren Geschichten: Noch ein paar Minuten, und Sie werden sich wundern!

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Puh, verdammt heiß! Wie man auf der Nordafrika-Karte sieht, ist Teneriffa gar nicht weit von der Küste entfernt.
 
Bis zur afrikanischen Küste und der dahinter liegenden Sahara sind es grad mal bummelige 260 Kilometer! Eine echt heiße und sehr trockene Region könnte man meinen. Korrosionsprüfungen in dieser Gegend? Eigentlich müsste Rost hier doch ein absolutes Fremdwort sein. Oder was meinen Sie?

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Blaugrünes Meer und weißer Strand: Optimale Bedingungen für einen tollen Strandurlaub. Wir sind an der Ostküste der Insel, ganz oben im Norden. Dieses Bild fehlt in keinem Reiseführer. Es zeigt einen der schönsten Strände auf den Kanarischen Inseln. Er hat den schon fast melodisch klingenden Namen „Playa de Las Teresitas“.
 
Im Hintergrund sieht man das Fischerdorf „San Andres“. Wie im stark zugebauten Süden der Insel sollten auch hier schon in den 1970er Jahren große Hotels gebaut werden. Bis auf ein riesiges, halb fertiges Parkhaus direkt am Strand ist aus den Plänen bislang aber glücklicherweise nichts geworden. Das Parkhaus ist übrigens so groß, dass Sie es sogar auf unserem aus großer Entfernung gemachen Foto gut erkennen können. Es liegt am Ende des Strands kurz vor dem Fischerdorf. Typisch für den Süden: Das Parkhaus wurde nach dem Abbruch der Arbeiten halb fertig stehen gelassen.

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Sonne, Strand und Meer: Teneriffa ist auch im Winter ein ideales Reiseziel. Doch warum trägt unser Chef eigentlich keine Badehose?

Grund eins: Die Wärme

Der feine, weiße Sand wurde in den 1970er Jahren extra aus der Sahara eingeschifft. Die riesige Wüste ist ja gleich um die Ecke. Sieht doch fast aus wie in der Karibik, oder? Trotz Winter ist es richtig schön warm hier. Und genau das ist auch schon der erste Grund, warum wir zum Testen nach Teneriffa reisen: Wie Sie bestimmt noch aus dem Chemieunterricht wissen, wirkt Hitze bei Oxidationsprozessen wie eine Art Turbo: Je heißer, desto doller!

Oben auf dem rechten Foto sehen Sie noch einmal unseren Chef Gerd Cordes. Wie auch zu Hause in der Werkstatt, trägt er aber trotz des warmen Wetters keine Badehose, sondern eine Jeans und ein schwarzes Hemd.

Man ahnt es schon, war irgendwie doch klar, oder? Wir sind natürlich zum Arbeiten hier! Die Streifen oben und unten auf dem Bild kündigen übrigens das nahe Ende seiner tollen Kamera an: Der extrafeine Sahara-Sand wurde vom Wind aufgewirbelt und hat die Mechanik des Objektivschutzes verklemmt. Was für ein Mist!

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Noch ein Fototermin mit Oskar: Mit der Ersatzkamera sind wir hoch in die Berge gefahren. Unten sieht man noch ein kleines Stück vom Strand. Zur Einstimmung zeigen wir Ihnen jetzt erst einmal ein bisschen Rost. 
 

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Mit dem Mietwagen fahren wir auf der anderen Seite der Insel wieder runter in Richtung Küste. Wegen der vom offenen Meer kommenden Winde ist das Klima hier etwas rauer als auf der windgeschützten Ostseite.
 
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Stopp für ein erstes Rostfoto! Okay, es ist zwar nur ein Verkehrsschild, …
 
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…aber wenn man näher ran geht, sieht man, dass hier auf der Insel irgendetwas anders ist. Ganz schön heftig der Rost!

Grund zwei: Die Feuchtigkeit

Trotz der Nähe zur extrem heißen Sahara wird Teneriffa nicht ohne Grund auch die Insel des „ewigen Frühlings“ genannt. Dies hängt damit zusammen, dass es hier auf der Insel ungewöhnlich hohe Berge gibt. Die vom offenen Atlantik kommenden dicken Regenwolken stauen sich an den Bergkämmen. Sie werden dann im Laufe des Tages immer dicker. Besonders im Winter stapeln sich tagsüber auf der Westseite so bis zu 500 Meter dicke Wolkenschichten auf.

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Zur Erklärung zeigen wir Ihnen jetzt noch einmal Fotos aus dem Gebirge. Ganz schön hoch, oder?
 

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Es geht noch höher: Das hier ist der Teide. Er ist so hoch, dass sein Gipfel selbst im Sommer oft weiß bleibt.
 
Die Berge auf den Kanarischen Inseln sind die höchsten in ganz Spanien. Der höchste Berg der Insel ist ein Vulkan und heißt „El Teide“. Er ist ganze 3718 Meter hoch. Mal zum Vergleich: Die Zugspitze, Deutschlands höchster Berg, misst 2962 Meter.

Kein Wunder also, dass die vom Atlantik kommenden Regenwolken hier oben hängen bleiben!

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Man sieht es sofort: Die Kanarischen Inseln sind alle vulkanischen Ursprungs. Was für eine imposante Felswand!
 
Die hohen Felswände in der Mitte der Insel bilden also so eine Art Sperre. Sie sorgen dafür, dass die Feuchtigkeit aus den Wolken herunter regnet. Es ist meist kein lang andauernder und starker Guss, sondern eher ein leichter Nieselregen, der nach kurzer Zeit vorbei ist.

Und hier kommt nun eine weitere Erklärung, warum wir zum Testen extra nach Teneriffa fahren: In bestimmten Gegenden ist es wegen dieses Klimas schwül und feucht. Und wie man weiß, steigt die Rostanfälligkeit von Stahl extrem, wenn die Luftfeuchtigkeit hoch ist.

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Eine Mole bei „unserem“ Dorf, bei San Andres. Im Hintergrund sehen Sie „Santa Cruz de Tenerife“. Es ist die Hauptstadt Teneriffas und zugleich auch die Hauptstadt der Kanarischen Inseln.
 
Gleich kommen wir zum dritten und letzten Grund, warum wir uns für unsere Prüfungen gerade Teneriffa ausgesucht haben. Man sieht es, wenn man auf der Mole etwas näher an das ehemalige Geländer heran geht.

Grund drei: Die salzhaltige Luft

Besonders auffällig ist die Korrosion natürlich hier unten am Wasser. Gut, das Geländer der oben gezeigten Mole hat schon so einige Jahre hinter sich, aber solche Schäden sieht man bei uns an der Küste nicht. Selbst auf Helgoland, wo wir sonst gerne arbeiten, muss man nach solchen Schäden echt lange suchen.

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Die Hitze, die Feuchtigkeit und die salzhaltige Luft haben das Geländer so stark zerstört, dass nur noch einige wenige Pfosten übrig geblieben sind.
 
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Noch ein Beispiel: Die Entlüftung von einem Parkhaus in der Nähe vom Strand.
 
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Dieses Beispiel ist fast noch krasser als das erste: Der dicke Stahl hat sich einfach aufgelöst! Haben Sie schon einmal solche Rostschäden gesehen?
 
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Was jetzt kommt, ist nichts für schwache Nerven. Jetzt müssen Sie stark sein!
 
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In der Nähe von San Andres, aber etwas weiter oben in den Bergen, hat unser Chef diesen verlassenen Bauernhof entdeckt.
 
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Ganz schlimm: Was jetzt kommt tut echt weh!
 
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Ein vergessenes Auto! Ist es ein Fiat? Die Front sieht auf jeden Fall nach siebziger oder achtziger Jahre aus.
 
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Wann wurde der Wagen hier wohl abgestellt? Wie lange mag es her sein: 20 oder 30 Jahre? Was für ein Anblick!
 
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Der Bauernhof und auch das Auto wurden wohl recht plötzlich aufgegeben. Sogar die Kennzeichen sind noch dran. Beim näheren Hinschauen fällt aber auf, dass es gar kein Fiat ist. Es ist ein fast baugleicher SEAT, ein 131 E. Die Fahrzeuge wurden von 1975 bis in die achtziger Jahre hinein in einem spanischen Autowerk in Lizenz gebaut.
 
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Was heute kaum noch jemand weiß: Die Technik von Fiat war bis in die achtziger Jahre oft wegweisend. Das war dann auch der Grund dafür, dass einige besonders erfolgreiche Modelle von Seat und Lada nachgebaut wurden. Lediglich beim Korrosionsschutz gab es natürlich regelmäßig schlechte Noten.
 
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Zugegeben, hier auf dem Bauernhof kommt alles zusammen: Hitze, Feuchtigkeit und die Nähe zum salzigen Wasser. Ein VW Passat oder ein Mercedes 123 hätten bei dieser Belastung wohl auch nicht überlebt.
 
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Ein Anblick der einen fast zusammenzucken lässt: Die Längsträger sind im vorderen Bereich so stark verrostet, dass der Motor auf den Boden der Garage gefallen ist. Schön auch, dass der Wagen weiß ist. Der Kontrast macht aus den Schäden schon fast so eine Art Kunst. Ist das hier vielleicht  sogar schön?
 
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Na, wo schmerzt es bei Ihnen jetzt am meisten? Tut ziemlich doll weh, oder?
 
Jetzt wissen Sie also, warum wir zum Testen extra nach Teneriffa fahren: Wärme, Feuchtigkeit und salzhaltige Luft! Unser Titel „Rost unter Palmen“ ist also keineswegs übertrieben. Unten in Strandnähe haben die Testbleche hier echt Stress!

Härtere und bessere Testbedingungen für unseren neuen Unterbodenschutz sind kaum vorstellbar.

In der vierten Folge unserer Teneriffa-Geschichte geht´s in zwei oder drei Wochen hier bei uns auf der Seite endlich so richtig los: Auch hier ist der Titel Programm: Das „Test-Abenteuer am Wellenbrecher“ war so anstrengend, dass unser Chef danach für mehrere Tage total erledigt war. Mit anderen Worten: Der Urlaub war so anstrengend, dass er echt urlaubsreif war!

 

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