Fahrzeuge
Der Kauf eines wirklich guten Old- oder Youngtimers ist gar nicht so einfach. Bei einem Besichtigungstermin vor Ort erscheint die Liste der zu prüfenden Details auf einmal unendlich lang. Wer jetzt Fehler macht, muss später teuer bezahlen. Stimmt der Kilometerstand, sind Interieur und Anbauteile wirklich vollständig und original- und was war das vorhin eigentlich für ein komisches Geräusch bei der Probefahrt?
Während sich technische Schwächen bei einer solchen, hoffentlich ausgiebigen, Probefahrt mit Sachverstand und etwas Glück, relativ leicht entdecken lassen, ist die Beurteilung der Blechsubstanz schon wesentlich schwieriger. Ist der Wagen unfallfrei, wurde nachlackiert und -ach ja- was ist überhaupt mit Rost?
Wer sich als Oldtimerfreund in die Materie einliest, wird schnell merken, dass Korrosion bei Autos nicht immer leicht zu entdecken ist. Der Grund hierfür ist schnell erklärt: Die meisten Old- und Youngtimer sind aus rostempfindlichem Stahlblech gebaut und haben aus statischen Gründen eine sogenannte selbsttragende Karosserie. Die Wagen sind nur stabil und verwindungssteif, weil sie aus unzähligen Hohlräumen bestehen-und hier kann sich unbemerkt Rost bilden.
Anders gesagt: Glänzende Lack sagt über den wirklichen Zustand der Karosserie und der zu erwartenden Lebensdauer nur wenig aus. Über die Zukunft des Wagens wird in den nicht einsehbaren Hohlräumen entschieden.
Lang anhaltene Freude am Oldtimer
Und jetzt, nach dieser zugegeben etwas langen Einleitung sind wir auch schon fast wieder bei TimeMAX, denn wie der Name schon sagt, haben wir das erklärte Ziel, die Lebensdauer (Time...) von Klassikern wesentlich zu verlängern (...MAX).
Die Karosseriebauer in unserer Werkstatt haben schon fast alle Klassiker-Modelle der unterschiedlichsten Hersteller gesehen und repariert. Nur selten reagieren die Mitarbeiter wirklich aufgeregt und versammeln sich in der Pause staunend und diskutierend an einem Oldtimer der gerade frisch eingetroffen ist. In den meisten Fällen finden diese Ansammlungen bei exotischen Sportwagen aus den sechziger Jahren statt, z. B. bei einem seltenen Iso oder bei einem Ferrari. Manchmal haben die bewundernden Blicke der Mechaniker aber auch eine ganz andere Ursache: Der Grund für das große Interesse ist der ungewöhnlich gute Erhaltungszustand einer Karosserie.
Um genau diese Fahrzeuge geht es in diesem Kapitel: Autos, die in einem wirklich außergewöhnlich guten Allgemeinzustand sind und eine ungewöhnlich gut erhaltene Karosserie haben. Nicht einmal 10% der von uns für dieses Kapitel untersuchten Fahrzeuge sind ausreichend gut erhalten, um an dieser Stelle vorgestellt zu werden.
Die Wagen von denen hier die Rede ist, gehören nicht uns, sondern Kunden, die vom TimeMAX-System überzeugt sind und engagierten Händlern, die im In- und Ausland gezielt nach besonders gut erhaltenen Fahrzeugen suchen: „Schaut Euch den mal von innen an, ich glaube so ein gutes Exemplar stand schon lange nicht mehr zum Verkauf-das muss unbedingt publik gemacht werden!" Die Verkaufsverhandlungen (z. B. Verkaufspreis und Garantiebedingungen) werden deshalb nicht mit uns, sondern mit den Eigentümern geführt.
Das standardisierte Prüfverfahren
Der vielleicht wichtigste Punkt beim Oldtimerkauf ist Vertrauen. Die Karosserien der von uns auf dieser Seite vorgestellten Fahrzeuge wurden nach einem ganz bestimmten und immer gleichen Verfahren untersucht. Wir sind der Ansicht, dass durch die eingesetzte Prüftechnik das Vertrauen gestärkt wird und bieten an, die im folgenden beschriebenen Untersuchungen nochmals im Beisein des Kunden durchzuführen. So hat dann der Interessent z. B. die Möglichkeit, den Wagen von innen zu begutachten und mit uns zusammen „eine kleine Reise durch die Hohlräume der Karosserie“ zu machen.
Die hierbei zum Einsatz kommenden Prüfverfahren sind bei uns nicht neu und werden im Kapitel „Endoskopie und Diagnose" detailliert beschrieben. Die aufwändige Prüfung der Fahrzeuge nach diesem standardisierten Verfahren ist nach unserem Wissen in Deutschland einmalig.
In der TimeMAX-Werkstatt gehören die standardisierten Prüfungen vor dem Beginn der Arbeiten seit der Firmengründung und zum Alltagsbetrieb.
Die wichtigsten Punkte der Prüfung:
-Endoskopie der erreichbaren Hohlräume mit flexiblen Endoskopen.
-Aufspüren von nachlackierten Bereichen und Spachtelschichten mit einem digitalen Schichtdickenmessgerät. Auffällige Schichtdicken, werden in eine Zeichnung der Karosserie eingetragen und kommentiert.
-Untersuchung des Unterbodens. Wie dick und in welchem Zustand ist der Unterbodenschutz. Ist er ausgetrocknet und eventuell unterrostet?
-Verdeckte Unfallschäden: Gibt es Knitterspuren an verdeckten Stellen, z. B. unter dem Teppich im Kofferraum? Wurden Neuteile verbaut oder eingeschweißt, die auf Unfallschäden schließen lassen?
Wir möchten uns nicht anmaßen zu behaupten, das die Karosserien der im Anschluss aufgeführten Fahrzeuge wirklich zu einhundert Prozent fehlerfrei sind-schließlich handelt es sich nicht um Neuwagen, sondern um Gebrauchtwagen, die schon viele Jahre oder sogar Jahrzehnte hinter sich haben.
Dennoch können wir nach den aufwändigen von uns durchgeführten Untersuchungen ohne Übertreibung feststellen, dass es sich bei den vorgestellten Klassikern um ausgesprochen gut erhaltene Exemplare handelt, bei denen Rost zum jetzigen Zeitpunkt kein ernstes Problem ist. Die umfangreiche Prüfprotokolle zu den Fahrzeugen können bei uns eingesehen werden. Nach einer Rostschutzbehandlung bei uns, könnten wir bei diesen Wagen sogar ohne jede Bedenken unser 20-Jahre-Scheckheft gegen Durchrostung vergeben.
Wer Interesse an den Fahrzeugen hat oder seinen Wagen untersuchen lassen möchte, weil er verkauft werden soll, kann uns gerne anrufen. Wir empfehlen bei der Untersuchung dabei zu sein! Bei wirklich guten Fahrzeugen lohnt sich der Aufwand immer. Mit einer TimeMAX-Untersuchung kann der Wert deutlich gesteigert werden.
Mercedes-Benz R 107 300 SL, Baujahr 1988
Hubraum: 2932 ccm, Leistung: 180 PS/132 KW,
Extras: Automatik, Kat, WD-Glas, Fondsitze, Armlehne
Preisvorstellung des Besitzers: 35.000 Euro (VB)
Der hier vorgestellte Wagen wurde 1988 in die Schweiz ausgeliefert und dort ganz offensichtlich nur im Sommer bewegt. Er ist jetzt wieder in Deutschland und im Zweitbesitz. Die auf dem Tachometer angezeigte geringe Laufleistung von nur 86.300 km merkt man dem Mercedes schon beim Einsteigen an. Das Interieur (Leder grau) ist in einem ausgesprochen guten Zustand. Weil der SL R 107 in der TimeMAX-Werkstatt das häufigste Modell ist, hatten wir bei der zweistündigen Karosserieprüfung einiges zu tun, denn es galt viele uns bekannte Schwachstellen der Karosserie abzuarbeiten. Bei diesem Exemplar gab es- und das ist diesem Modell mittlerweile leider sehr selten-keine bösen Überraschungen. Die Karosserie ist in einem ausgesprochen guten Zustand. Einer der besten SL 107, die wir je zu Gesicht bekommen haben. Deutlich weniger als 10 % der rund 150 Wagen aus dieser Baureihe, die wir bislang in unserer Werkstatt zu Besuch hatten, waren ähnlich gut erhalten. Der Preis ist Verhandlungssache.
